Kategorie-Archiv:Mitteilung

Audimax besetzt

Gruppe „End Fossil Occupy“ besetzt Audimax des KIT und fordert u.a. den kompletten Umstieg des KIT auf erneuerbare Energien.

Vorträge:

Mittwoch, 16.11.2022
13 Uhr: Gemeinwohlökonomie
16 Uhr: Harry Block „Klima- und Energiewende in Karlsruhe. Aktivitäten der EnBW”
19 Uhr: Volker Stelzer, ITAS – Institut für Technikfolgenabschätzung am KIT

Donnerstag, 17.11.2022
13 Uhr: Interventionistische Linke “Atomenergie”
16 Uhr: Grün-alternaitve Hochschulgruppe “Nachhaltigkeit im Alltag”
19 Uhr: Antikapitalistisches Klimatreffen “Lützenrath”

Freitag, 18.11.2022
12:30 Uhr: Jonathan Kühler, ITAS – Institut für Technikfolgenabschätzung am KIT
16 Uhr: Pascal (KINE/x-Lab), interaktiver Klima-Workshop

Audimax KIT, Str. am Forum 1, #Karlsruhe 
https://endfossil.de

Bäume retten – Klima schützen

Kundgebung / Aktion / Mahnwache am Samstag 12. November

Laut den Plänen zur Umgestaltung der Kaiserstraße will die Stadtverwaltung alle noch verbliebenen 48 Platanen in der Kaiserstraße fällen lassen. Dagegen wendet sich das Klimabündnis Karlsruhe und ruft zu einer Protestaktion und Kundgebung am Samstag, dem 12.11.2022, 11:55-13:00 Uhr auf.
(Pressemitteilung)

Kommt am Samstag um Fünf vor Zwölf zur Kundgebung in die Kaiserstraße / Ecke Waldstraße, bringt Plakate mit dem Motto “Bäume retten  – Klima schützen” mit und stellt Euch symbolisch schützend an die 48 Platanen, die wir  erhalten müssen, wenn uns das Stadtklima am Herzen liegt!

Am selben Tag – am selben Ort: Mahnwache des Klimabündnis Karlsruhe von 11:00 bis 15:00 Uhr. Wir sind offen für das Gespräch mit allen, die sich wie wir Sorgen darum machen, wie wir die schlimmsten Folgen der beginnenden Klimakatastrophe noch abwenden können.

Runder Tisch Fuß- und Radentscheid

In Kürze sind die Vorbereitungen für den Fuß- und Radentscheid Karlsruhe abgeschlossen. Dann werden überall in Karlsruhe Unterschriften für den Maßnahmenkatalog für sichere, komfortable und direkte Wege für den Fuß- und Radverkehr gesammelt.

Um in Karlsruhe die Verkehrswende voranzubringen werden MitstreiterInnen gesucht und zum Runden Tisch Fuß- und Radentscheid am 19.11.2022 eingeladen: 14 Uhr im SteamWork, Roonstraße 23a, 76137 Karlsruhe. 3-4 Stunden sind geplant. Anmeldung: https://pretix.eu/fussradka/rundertisch/

Runterfahren – Atomausstieg jetzt!

Am Freitag, 11.11.2022 findet um 19 Uhr im Stadtteilladen Barrio 137, Luisenstraße 31 in Karlsruhe eine Infoveranstaltung zur Kampagne “RUNTERFAHREN” statt: Vom 25. bis 27. November wird das Atomkraftwerk Neckarwestheim blockiert, um damit ein deutliches Zeichen gegen den Weiterbetrieb und potenzielle Laufzeitverlängerungen zu setzen.

Mit dem Atomausstieg wurde nach dem Super-GAU von Fukushima im harten Ringen ein parteipolitischer Minimalkonsens erzielt. Nun soll dieser Ausstieg im letzten Moment zurückgenommen werden, indem ausgerechnet die AKWs Neckarwestheim, Isar II und Emsland nicht wie geplant am 31.12.2022 vom Netz gehen. Die Alterungsschäden dieser seit Jahren minimal sicherheitsüberprüften Anlagen nehmen täglich zu und mit ihnen die Gefahr für einen schweren Störfall. Deshalb ruft “RUNTERFAHREN” zur Blockade auf. Weitere Infos unserer www.runterfahren.org

Klima-Puzzle-Workshop: Wir haben die Karten in der Hand!

Das Klima-Puzzle findet im Rahmen des Forums “Wald.Stadt.Klima” in Kooperation mit dem Bürgerverein Waldstadt statt. In nur drei Stunden kann man mit dem Klima Puzzle unser Klimasystem verstehen!

Termin: 18.11.2022, 14-17 Uhr
Veranstaltungsort: Begegnungsstätte Karlsruhe-Waldstadt, Glogauer Straße 10, 76139 Karlsruhe

Das Klima-Puzzle ist ein “Serious Game”, das auf den Berichten des IPCC (Weltklimarat) basiert und die wichtigsten Informationen daraus auf 42 Spielkarten aufschlüsselt. Als Team bringt man diese Spielkarten in ihre Reihenfolge von Ursache und Wirkung und erkennt so den systemischen Charakter des Klimawandels. Das Spiel fördert kritisches, interdisziplinäres Denken, kurbelt den Teamgeist an und gibt Raum für offenen Dialog und lösungsorientierte Diskussionen.

Der Klima-Puzzle-Workshop inspiriert viele TeilnehmerInnen dazu, selbst WorkshopleiterInnen zu werden. So entstand inzwischen eine weltweite Community: In über 50 Ländern wird in 45 Sprachen gepuzzelt, über 525.000 Menschen haben an den Workshops teilgenommen.

Mindestteilnehmerzahl: 4 Personen. Kostenfreie Teilnahme. Um Anmeldung bis spätestens 15.11.2022 unter klimapuzzle-aps@posteo.de wird gebeten.

Infos zum Klima-Puzzle unter https://climatefresk.org

Zweijahresgutachten: Zielerreichung 2030 fraglich

Pünktlich zur 27. UN-Klimakonferenz COP27 im ägyptischen Sharm El-Sheikh (6.-18.11.2022) legt der Expertenrat für Klimafragen zum ersten Mal sein Zweijahresgutachten vor – mit ernüchternden Ergebnissen.

„Die bisherigen Emissions-Reduktionsraten reichen bei weitem nicht aus, um die Klimaschutzziele für 2030 zu erreichen – weder in der Summe noch in den einzelnen Sektoren,“ stellt Ratsmitglied Thomas Heimer fest und führt aus: „Die jährlich erzielte Minderungsmenge müsste sich im Vergleich zur historischen Entwicklung der letzten 10 Jahre mehr als verdoppeln. Im Industriesektor wäre etwa eine 10-fache und bei Verkehr sogar eine 14-fache Erhöhung der durchschnittlichen Minderungsmenge pro Jahr notwendig.“

Das bisherige Ausbautempo bei Solar- und Windenergieanlagen, Wärmepumpen oder der Elektromobilität wird laut dem Zweijahresgutachten bei weitem nicht ausreichen, um die jeweils anvisierten Ausbauziele der Regierung zu erreichen. Zudem wird deutlich, dass im gleichen Maße der Abbau des fossilen Kapitalstocks im Gebäude- oder Verkehrssektor, beispielsweise von Öl- und Gasheizungen oder des fossilen Pkw-Bestands, notwendig wäre, um die Klimaziele auf diesem Wege zu erreichen.

Weitere Informationen: https://expertenrat-klima.de

Globale Klimapolitik in einer brüchigen Weltordnung

Deutlich unter zwei Grad müsse die globale Erwärmung bis 2100 verglichen mit dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden – darauf hat sich die Weltgemeinschaft im Rahmen der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris geeinigt. So klar dieses Ziel erstmals völkerrechtlich verbindlich definiert ist, so unklar ist der Weg dorthin – auch in Anbetracht aktueller weltpolitischer Entwicklungen und Krisen.

Dreißig Jahre Klimapolitik: Kommen wir voran? Warum ist kooperatives Verhalten in der internationalen Klimapolitik eigentlich so schwierig? Internationale Klimapolitik: Aktuelle Herausforderungen aus der Perspektive deutscher Außenpolitik. Klima, Kohle und Armutsbekämpfung – Herausforderungen für Klimapolitik in Entwicklungs- und Schwellenländern. Mit diesen Themen beschäftigt sich das Colloquium Fundamentale am KIT mit folgenden Gästen:

Prof. Dr. Miranda Schreurs, Professorin für Umwelt- und Klimapolitik, Hochschule für Politik an der Technischen Universität München, Donnerstag, 10. November 2022, 18 Uhr.

Prof. Dr. Martin Kesternich, Stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs „Umwelt- und Klimaökonomik“ am ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim, Donnerstag, 24. November 2022, 18 Uhr.

Dr. Marian Feist, Wissenschaftler in der Forschungsgruppe Globale Fragen, Stiftung Wissenschaft und Politik, Donnerstag, 8. Dezember 2022, 18 Uhr.

Prof. Dr. Jan Steckel, Leiter der Arbeitsgruppe Klimaschutz und Entwicklung am Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), Donnerstag, 19. Januar 2023, 18 Uhr.

Die Veranstaltungen finden im NTI-Hörsaal, Geb. 30.10, KIT Campus Süd, Engesserstraße 5, EG statt.

Mehr als 1000 WissenschaftlerInnen warnen: „1,5 Grad sind tot.”

Mehr als 1000 AkademikerInnen aus 50 Ländern unterzeichneten einen offenen Brief an ihre Kolleg:innen und fordern dazu auf, „der Öffentlichkeit klar mitzuteilen, was beim Thema Klimakrise und Biodiversitätsverlust bereits bei Diskussionen innerhalb der Wissenschaft eindeutig ist.” Der offene Brief beruht auf einer Initiative der Klima-Aktionsgruppe Scientist Rebellion und wurde von führenden Akademiker:innen diverser Fachbereiche sowie Leitautor:innen des IPCC unterzeichnet.
[Zur vollständigen Namensliste].

Prof. Marta Guadalupe Rivera Ferre, Unterzeichnerin des Briefes, teilte mit: „Dies ist eine wegweisende Stellungnahme der akademischen Gemeinschaft. Sie unterstreicht die dringende Notwendigkeit, dass ExpertInnen der Öffentlichkeit, der Politik und der Umweltbewegung deutlich machen, dass es keinen realisierbaren Weg mehr gibt, unterhalb von der 1,5°C-Marke zu bleiben.”

Dr. Stella Nyambura Mbau, promovierte wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich nachhaltiger Entwicklung, hat ebenfalls den offenen Brief unterzeichnet. Sie sagt: „Es ist dringend erforderlich, dass AkademikerInnen aus dem Globalen Norden ihre Stimme erheben und das Versagen klar benennen: 1,5°C Erderwärmung ist nicht mehr einzuhalten – 1,5°C ist tot! AkademikerInnen im Globalen Norden sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein, weil sie den Zentren der politischen und ökonomischen Macht, die dem Handeln für das Klima entgegenstehen, so viel näher sind als ihre Kolleg:innen im Globalen Süden. Das Handeln der Wissenschaft war noch nie so dringend wie jetzt, wo wir einer Welt von weit über 1,5°C entgegen sehen.“

Im dem Brief wird festgestellt: „Führende AkademikerInnen akzeptieren, dass es keinen glaubhaften Weg mehr für 1,5°C gibt. Ein Einhalten der 1,5°C würde voraussetzen, dass die globalen Emissionen vor 2025 einen Höhepunkt erreichen und bis 2030 um 43% reduziert werden. Sogar das würde sehr wahrscheinlich dazu führen, dass die 1,5°C-Grenze innerhalb der nächsten zehn Jahre überschritten wird. Das optimistischste Szenario im Bericht des IPCC beruht auf den hypothetischen Einsatz von Technologien zum Entfernen von Kohlendioxid aus der Atmosphäre in großem Maßstab, um die globale Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts wieder herunter zu bringen.”

Des Weiteren macht der Brief deutlich: „Weiterhin öffentlich zu sagen, dass das Einhalten des 1,5°C-Limits noch möglich sei, ist nicht länger zu rechtfertigen. Dennoch bestehen PolitkerInnen, führende AkademikerInnen und Teile der Umweltbewegung weiter darauf, daran festzuhalten. Als Folge daraus werden die Industriezweige mit hohen Emission und Schadstoffausstoß sowie die Entscheidungsträger ungewollt ermutigt, sich einer schnellen Dekarbonisierung entgegen zu stellen.”

Prof. Bill McGuire, weiterer Unterzeichner des Briefes und emeritierter Professor für Geophysik und Klimarisiken am University College London, sagte: „Öffentlich den Eindruck zu erwecken, dass wir auf dieser Seite der Grenze des gefährlichen Klimawandels bei 1,5°C stehen bleiben könnten, ist schlicht verkehrt. Zum einen suggeriert es, dass wir dem allumfassenden Klimakollaps noch ausweichen können, zum anderen entbindet es Politiker:innen von einer Rechtfertigung ihres Versagens, zum dritten bietet es die Chance für dreckige Unternehmen weiter Treibhausgase und Schadstoffe zu emittieren.“

Der offene Brief ruft die Gemeinschaft der WissenschaftlerInnen, die in verschiedensten Fachbereichen zu Aspekten des Klimawandels arbeiten, dazu auf, im Vorfeld von COP27 öffentlich auf folgende Weise Stellung zu nehmen:

„Erstens, macht deutlich, dass wir das 1,5°C Ziel unweigerlich verfehlen werden, so wie es im letzten Bericht des IPCC dargestellt wird.
Zweitens, setzt als Ziel die Herausforderung, die Temperaturerhöhung „deutlich unter 2°C” zu halten (im Einklang mit dem Pariser Abkommen von 2015), indem ihr den unwahrscheinlichen Annahmen zu möglichen Technologien für negative Emissionen weniger Raum gibt. Das entspricht der wissenschaftlichen Ungewissheit bei diesem Thema und zeigt der Öffentlichkeit die ungeheure Größe der Schwierigkeit, die Kohlenstoffemissionen in Übereinstimmung mit der wissenschaftlich ermittelten Notwendigkeit zu verringern.
Schließlich macht öffentlich deutlich, dass die drei Säulen des Handelns gegen die Klimakrise – Minderung (Mitigation), Anpassung und Ausgleich (von Verlusten und Schäden) – wirksam sind. Das bedeutet, als ein minimaler Startpunkt, dass die reichen Nationen das noch immer nicht-eingelöste Versprechen erfüllen, 100 Milliarden USD pro Jahr an ärmere Länder zu zahlen, damit diese mit dem Klimawandel besser zurecht kommen können.”

Mail-Adresse für mehr Informationen: scientistrebellion_GER@protonmail.com

Homepage: https://scientistrebellion.com