Kategorie-Archiv:Mitteilung

Die nächsten Demo-Termine

Dienstag, 4.10., 18 Uhr, Badnerlandhalle Neureut, Karlsruhe
Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums zur Querspange B36 – Zweite Rheinbrücke. Protest gegen weiteren Straßenbau ab 17:30 Uhr vor der Halle. Info des Regierungspräsidiums zur Veranstaltung: https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpk/abt4/ref44/seiten/b36-querspange-2rheinbruecke

Samstag, 22.10., Demo gegen die Laufzeitverlängerung AKW Neckarwestheim
Anti-Atom-Ka hat einen Bus nach Neckarwestheim gebucht, Abfahrt 11 Uhr in Karlsruhe. Es sind noch Plätze frei, wer mit möchte meldet sich bitte hier: https://anti-atom-ka.de

Sinnvoll handeln gegen die Klimakrise

Rede von Volker Stelzer (Scientists for Future) zum Auftakt der Demonstration der Fridays for Future in Karlsruhe zum Globalen Klimastreik am 23.09.2022 (Download hier)

Liebe Mitstreikende,

wir leben in schwierigen Zeiten: Hitze, Trockenheit, Brände, Wasserknappheit, Überschwemmungen, Krieg, hohe Energiepreise – bei uns und weltweit – und die Aussichten sind, dass diese Krisen noch dramatischer werden.

Bei allem Schrecken dieser Krisen – ein Gutes haben sie: Die Ursachen dieser Krisen sind menschengemacht. Dies bedeutet, dass wir – solange keine Kippunkte überschritten sind – diese krisenhaften Entwicklungen stoppen können. Um diese Entwicklungen aufzuhalten, müssen wir allerdings schnell und konsequent handeln. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Das bedeutet auch, dass wir keine Zeit haben in Lösungen zu investieren, die uneffektiv sind oder gar nicht zur Problemlösung beitragen.

Leider gibt es Personen und Personengruppen, die solche Scheinlösungen propagieren – teils wissentlich, z.B. um ihre Geschäftsmodelle zu schützen oder aus Bequemlichkeit, teils unwissentlich.

Zu den Scheinlösungen gehören:

Nutzung der Nuklearenergie: Die Nutzung von Nuklearenergie ist unsicher und risikobehaftet. Das beste Beispiel ist, dass in Frankreich aktuell ein Großteil der Nuklearkraftwerke keinen Strom produziert, da ihr sicherer Betrieb nicht gewährleistet ist. Für deutsche Atomkraftwerke sind wichtige Sicherheitsüberprüfungen ausgesetzt worden, mit dem Hinweis auf die Abschaltung am 31.12.2022. Diese nachzuholen würde viel Zeit in Anspruch nehmen. Das Risiko eines massiven Störfalls in einem Atomkraftwerk sollte nicht eingegangen werden, auch weil Atomkraftwerke an der Situation in Deutschland nichts verbessern würden. Ihre Trägheit im An- und Abfahren führt eher zu einer Verstopfung des Stromnetzes für erneuerbare Energien. Für die allermeisten möglichen Situationen im Winter haben wir aber ausreichend Grundlastkraftwerke. Die Nuklearkraftwerke sollten deshalb nur im äußersten Notfall wieder hochgefahren werden.

Atomkraft ist eine Scheinlösung!

Einfangen und Abscheiden von CO2 – Carbon Capture und Storage (CCS): Es gibt Stimmen, die sagen, wir können so weitermachen wie bisher, wir müssen nur das Treibhausgas CO2 bei den fossilen Prozessen abtrennen und dann im Untergrund verpressen. Damit wäre es nicht mehr relevant für die globale Temperaturerhöhung. Doch es ist nicht gesichert, was das CO2 im Untergrund macht und ob es dort wirklich bleibt oder nicht durch Spalten und Ritzen wieder an die Oberfläche gelangt und dann doch zur globalen Temperaturerhöhung beiträgt, was ja eigentlich vermieden werden sollte. Viele der ehemals geplanten CCS-Projekte sind eingestellt worden, auch aus Kostengründen.

CCS ist eine Scheinlösung!

Erdgasnutzung: Erdgas ist von der EU als nachhaltig eingestuft worden. Ein Argument ist, dass bei der Verbrennung von Erdgas weniger Kohlendioxid freigesetzt wird, als bei dem Verbrennen von Öl und Kohle. Damit wäre es gut für das Klima. Hierbei wird meist nicht darauf hingewiesen, dass bei der Erdgasgewinnung und dem Transport viel Erdgas unverbrannt in die Atmosphäre entweicht. Dabei ist wichtig zu wissen, dass ein Molekül Erdgas – pro Kohlenstoffatom und bezogen auf die wichtigen nächsten zwanzig Jahre – die 80-fache Treibhauswirkung eines Kohlendioxid- Moleküls hat. Bezieht man diese Effekte ein, so ist manches Gaskraftwerk klimaschädlicher als ein Kohlekraftwerk.

Erdgasnutzung ist eine Scheinlösung!

Anbau von Biomasse zur Energiegewinnung: Weithin gilt Bioenergie als klimaneutral, da ja nur so viel CO2 in die Atmosphäre emittiert wird, wie vorher von der Pflanze aufgenommen wurde. Beim Holz ist es allerdings so, dass dieses viele Jahre gebraucht hat, um der Atmosphäre das CO2 zu entziehen, was dann in Sekunden wieder freigesetzt wird. Dabei ist es für die Klimaerwärmung egal, ob ein CO2-Molekül aus Kohle, Erdgas oder Holz stammt. Die kleinen Setzlinge, die für einen gefällten Baum gepflanzt werden, haben aber lange Zeit nicht die CO2-Bindungswirkung wie sie der gefällte Baum vorher hatte. Aus diesem Grund ist die Holznutzung über lange Zeiträume betrachtet klimaneutral, aber nicht für die nächsten 20 Jahre, auf die es jetzt ankommt. Beim Anbau von z.B. Mais zur Biomassenutzung wird das CO2 zwar kurzfristig gebunden, aber durch den Einsatz von energieintensiv hergestelltem Kunstdünger und anderen Hilfsmitteln kann die Klimabilanz von Biogas so schlecht wie die von Kohle sein. Nur Abfallbiomasse zur Energieerzeugung ist relativ wenig klimaschädlich. Die Mengen an Abfallbiomasse sind allerdings begrenzt.

Der vermehrte Anbau von Biomasse zur Energieerzeugung ist eine Scheinlösung!

Nutzung von Wasserstoff für den Alltagsgebrauch: Wasserstoff ist Teil der neuen Energiewelt. Es wird in Zukunft in großem Maßstab für die Zement- und Stahlproduktion benötigt und für einige Mobilitätsanwendungen. Er ist allerdings nicht – wie in manchen Diskussionen suggeriert wird – ein Rohstoff wie Kohle, Sonne oder Wind. Wasserstoffgas muss aufwändig technisch – unter Einsatz von Energie – hergestellt werden und ist sehr energieineffizient, vor allem wenn man die Energie für die Kühlung bzw. den Druck bei Leitung und Speicherung berücksichtigt. Solange wir also erneuerbare Energien nicht im Überschuss haben, sollte Wasserstoff nur sehr sparsam und für die genannten Spezialanwendungen genutzt werden oder zum Speichern von zeitlichen Stromüberschüssen der erneuerbaren Energien. Für die allermeisten Anwendungen ist die direkte Stromnutzung aus erneuerbaren Energien effizienter als die Nutzung von Wasserstoff.

Die Nutzung von Wasserstoff für den Alltagsgebrauch ist eine Scheinlösung!

Aber was sind dann sinnvolle Lösungen, wie wir Menschen den Anstieg der Klimakrise stoppen können? Auch dazu hat die Wissenschaft Lösungen vielfältig veröffentlicht:

Energiesparen:

Natürlich gehören hierzu: weniger heizen, weniger Strom verbrauchen und weniger fossil unterwegs sein. Aber auch: Weniger Produkte kaufen. Jedes Produkt ist mit Energieaufwand hergestellt worden. Mehr reparieren und reparieren lassen, mehr teilen und mehr weiternutzen.

Also: Weniger Energie nutzen, aber auch weniger neue Handys, neue Kleidung etc. kaufen!

Nutzung erneuerbarer Energien: Die Natur stellt uns durch Sonne, Wind, Umgebungswärme, Untergrundwärme, Wasserkraft und Meeresenergie ein Vielfaches der Energie zur Verfügung, die wir benötigen. Die Technologien, diese Energiequellen zu nutzen sind weitestgehend vorhanden.

Also: Verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energien!

Festlegung von CO2, aber nicht als CCS, sondern zum einen in natürlichen Systemen wie Wäldern, Böden und Mooren. Diese natürlichen Systeme speichern in natürlichem Zustand viel CO2. Durch falsche Behandlung haben sie aber in den letzten Jahrzehnten auf dramatische Weise Kohlenstoff verloren. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass diese Systeme ihre CO2-Bindungswirkung wiedererlangen.

Außerdem sollten wir CO2 in Produkte nutzen wie Möbeln, aber vor allem auch im Hausbau. So kann CO2 auf lange Zeit von der Atmosphäre ferngehalten werden.

Also: Festlegung von CO2 in natürlichen Systemen und technischen Produkten!

Weniger tierische Produkte essen: Durch die Tierhaltung werden immense Mengen an Treibhausgasen freigesetzt. Rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche wird für die Ernährung von Nutztieren verwendet. Diese könnten viel sinnvoller, z.B. für den Aufbau von Biomasse genutzt werden.

Also: Weniger Fleisch, Käse, Butter, Milch etc. konsumieren!

Und das Gute ist: Wenn wir diese Maßnahmen umgesetzt haben, haben wir nicht nur die Klimaerwärmung gestoppt, sondern weniger Lärm, weniger Luftverschmutzung und damit weniger kranke Menschen, weniger Kohleabbaugruben, weniger Abholzung des Tropenwaldes, weniger Abhängigkeit von Diktaturen, mehr Einkommen in der Region und mehr zukunftsfähige Arbeitsplätze vor Ort – also mehr Lebensqualität!

Aber wir können noch mehr tun:

  • Bei Wahlen die Parteien und KandidatInnen wählen, die sich für „echten Klimaschutz“ einsetzen
  • Sich in Gruppen wie den FFF und Vereinen engagieren
  • Mit Freunden, Nachbarn, Bekannten über die Klimakrise reden
  • Petitionen einreichen und auf Demonstrationen gehen

Also: Lasst uns handeln, lasst uns schnell handeln, lasst uns sinnvoll handeln!

Vergesellschaftungskonferenz in Berlin

Eigentumsfragen liegen an der Wurzel zahlreicher Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Aktuelle Debatten und wachsende Bewegungen für Vergesellschaftung skizzieren den Weg zu einer demokratischen Wirtschaft, die am Gemeinwohl ausgerichtet ist.

Die Konferenz „Vergesellschaftung: Strategien für eine demokratische Wirtschaft“ vom 7.-9.10.2022 in Berlin möchte radikale Perspektiven auf die Gegenwart für eine bessere Zukunft einnehmen. Vom Wohnen über das Gesundheitssystem und Mobilität bis hin zur Energieversorgung soll die Eigentumsfrage neu gestellt werden.
Zum Programm: https://vergesellschaftungskonferenz.de/programm

#PeopleNotProfit – Globaler Klimastreik

Rund 2.700 Schülerinnen und Schüler sowie Menschen aus allen Altersgruppen demonstrierten am 23.9 in Karlsruhe als Teil des Globalen Klimastreiks von Fridays for Future. Wir bemühen uns, hier den nächsten Tagen einige der Redebeiträge der Auftaktkundgebung zu dokumentieren. Den Beitrag der kolumbianischen Professorin Andrea Cardoso könnt Ihr bereits jetzt hier anschauen.

Karlsruher Energie- und Klimafestival

Am Samstag, 24.09.2022 findet von 10-18 Uhr das Klimafestival auf dem Festplatz statt. Zahlreiche lokale Bürgerinitiativen, Organisationen, Stadtwerke und Unternehmen stellen ihre Ideen und Projekte für Klimaschutz und Energienutzung der Zukunft vor.

Auch das Klimabündnis Karlsruhe ist mit zwei Ständen vertreten, an denen die BesucherInnen zahlreiche Informationen und interessante Gespräche erwarten. Auf der Bühne werden wir ein Quiz mit spannenden Frage rund ums Klima veranstalten. Die Quiz-Teilnehmer erwarten attraktive Preise.

Der städtische Umwelt- und Arbeitsschutz stellt in Zusammenarbeit mit dem ok-lab Karlsruhe am Stand von “KA° – Wir machen Klima” zwei Apps vor, die die Ambitionen der KarlsruherInnen zum CO2-Einsparen sichtbar machen. Wie weit gehe ich und wie verändere ich meinen Lebensstil zum Wohle des Klimaschutzes? Verzichte ich auf Fleisch, auf ein eigenes Auto oder wähle ich grüne Geldanlagen? Die Apps zeigen, wie viel CO2 man mit klimafreundlichem Verhalten einsparen kann. Hier die Links zur Karlsruher CO2-App https://co2app.karlsruhe.de und zum Klima-Dashboard https://co2dash.karlsruhe.de

Aufruf zum Globalen Klimastreik am 23.9.2022

Die Folgen der Klimakrise zeichnen sich immer deutlicher ab. Trotzdem wird immer noch nicht angemessen auf diese Menscheitsherausforderung reagiert. Darum geht FridaysForFuture unter dem Motto #peoplenotprofit erneut auf die Straße, um für verantwortungsvollen Klimaschutz und eine sichere Zukunft zu demonstrieren. Die Demo von FridaysForFuture Karlsruhe startet am 23.9. um 11:30 Uhr im Citypark. fridaysforfuture.de

Europäische Mobilitätswoche

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche bietet die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) in Kooperation mit der Landesverkehrswacht BW vom 19. bis 23. September 2022 kostenfrei Testfahrten mit dem E-Lastenrad oder E-Auto sowie Mobilitätsberatungen an. Sowohl für die Beratungstermine als auch für die Testfahrten ist eine Voranmeldung unter www.kek-karlsruhe.de/veranstaltungen oder telefonisch unter 0721 48088-250 nötig.

Critical Mass fährt in die Rheinstrandsiedlung

Am 30. September radelt die Critical Mass wieder durch Karlsruhe. Treffpunkt ist wie üblich um 18:00 Uhr auf dem Kronenplatz in Karlsruhe.
Mehr zur Route unter https://cmkarlsruhe.blogspot.com

Bis zum 30. November 2022 läuft die diesjährige Ausgabe des Fahrradklimatest. Alle Radfahrenden sind aufgerufen, ihre Zufriedenheit mit dem Verkehrbedingungen mitzuteilen.
Die Umfrage kann unter https://fahrradklima-test.adfc.de ausgefüllt werden.

100 Milliarden fürs Klima

Gemeinsam mit dem Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, und dem Energieexperten Volker Quaschning fordern Fridays for Future die Einrichtung eines Sondervermögens für Klima und Sicherheit – in Höhe von 100 Milliarden Euro, also genauso viel wie das Sondervermögen für die Bundeswehr. Wofür soll das Geld verwendet werden? Um Klimaschutzmaßnahmen zu finanzieren, die Infrastruktur umzubauen, bei Energie-, Verkehrs- und Wärmewende den Turbo einzulegen und mehr Energieautonomie zu gewinnen. Mehr auf Klimareporter.de

GLOBALER KLIMASTREIK – 23. September, Karlsruhe, 11:30 Uhr, City Park