Kategorie-Archiv:Mitgliedsbeitrag

Buen vivir meets Postwachstumsökonomie – Alberto Acosta und Niko Paech am 13. Mai in Karlsruhe

Wie wollen wir leben? Wie sieht ein „Gutes Leben“ aus? Kann es ein gutes Leben für alle geben? Wird es „by design or by desaster“ früher oder später den Wandel hin zu einer genügsameren und nicht mehr wachsenden Wirtschaft geben? Wie könnten Wege in eine nachhaltige und gerechte Zukunft aussehen?

Mit diesen Fragen setzen sich Alberto Acosta und Niko Paech in Buen vivir meets Postwachstumsökonomie auseinander. Der Ecuadorianer Alberto Acosta gehört zu den führenden Intellektuellen Lateinamerikas und ist der bedeutendste Verfechter des Konzepts „Buen Vivir“ – des „Guten Lebens“ für Alle. Das indigene Konzept „Buen Vivir“ propagiert – neben einem Leben im Einklang mit der Natur – ein soziales und solidarisches Wirtschaften und eine Veränderung im Lebens- und Politikstil. Der Wirtschaftswissenschaftler Niko Paech ist einer der bekanntesten deutschen Wachstumskritiker. Als Professor für Postwachstumsökonomie beschäftigt er sich mit nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensformen. Er zeigt auf, wie ein Lebensstil, der ein „Gutes Leben“ für alle ermöglicht, bei uns aussehen könnte.

Umrahmt wird das Gespräch mit lateinamerikanischer Live-Musik von Grupo Sal: Aníbal Civilotti und Fernando Dias Costa von der Kultband Grupo Sal DUO sorgen mit mitreißender lateinamerikanischer Musik dafür, dass ein Teil des guten Lebens an diesem Abend direkt erlebbar wird. Für das leibliche Wohl sorgt Hossein Fayazpour von Tischlein Deck Dich e. V. mit einer feinen Auswahl an frisch zubereitetem veganem und vegetarischen Fingerfood – regional, saisonal und nachhaltig.

Datum: Freitag, 13. Mai 2022 um 19:30 Uhr (Einlass: 19 Uhr), Ende der Veranstaltung ca. 22 Uhr
Veranstaltungsort: Albert-Schweitzer-Saal, Reinhold-Frank-Str. 48 a, Karlsruhe

Tickets: VVK 13 €, Abendkasse 15 €, Vergünstigt 10 € (z. B. gültiger Studentenausweis, Karlsruher Pass). Die Tickets sind bei allen Vorverkaufsstellen von Reservix in Karlsruhe erhältlich oder online über Reservix oder über ADticket. Weitere Kartenvorverkaufsstellen: Badische Neueste Nachrichten, Theaterhaus – DAS SANDKORN, Musikhaus Schlaile, TicketForum Postgalerie, Tourist-Information Karlsruhe, Hotline: 0721 23000

Das Joint Research Centre (JRC) hat sein Ziel in der EU erreicht: Atomenergie soll auf Grund seines Gutachtens nun nachhaltig sein

Nachhaltigkeit für eine Hochrisikotechnologie ist ein Widerspruch in sich.

Die EU-Kommission will Atomkraft zur Energieerzeugung im Entwurf der sogenannten Taxonomie als nachhaltiges Investment einstufen. Es handelt sich um einen klassischen Kompromiss nationaler Egoismen, der die Gefahren der Atomkraft brutal ignoriert. Zwei Katastrophen durch AKW-Unfälle mit zahlreichen Toten hat die Welt schon erlebt: 1986 in Tschernobyl und 2011 in Fukushima. Die Hochrisikotechnik Atomkraft ist über die gesamte Spaltstoffkette vom Abbau des Uranerzes über die Brennelemente-Herstellung und den riskanten Dauerbetrieb bis hin zur ungelösten Entsorgung des hochradioaktiven Atommülls und den Rückbau der Atomreaktoren so wenig nachhaltig wie die fossile Kohle- oder Erdöl-Industrie.

Von der EU-Kommission war ein Green Deal geplant, der zu einem nachhaltigen und sauberen Energiesystem der Zukunft führen sollte, ohne für andere schädlich zu sein (Do No Significant Harm). Die Kommission beauftragte ihre Expertengruppe eine „Green Finance Taxonomie“ zu erstellen. 2019 empfahl sie Atomkraft auszuschließen, vor allem wegen des ungelösten Atommüll-Problems. Einige pro-Atom-Mitgliedsstaaten akzeptierten dies nicht, daraufhin wurde ausgerechnet das auch an Atomforschung beteiligte Karlsruher Joint Research Center (JRC) mit einem Bericht beauftragt. Das war der wichtigste Lobbyerfolg der Pro-Atom-Länder. Das JRC ist die europäische Zentrale zur Förderung der Atomenergie, ihr Gutachten war ein Gefälligkeitsgutachten für die Atomindustrie. Die EU-Kommission hat also den Atom-Bock zum Umwelt-Gärtner gemacht. Das JRC-Gutachten untersuchte weder die möglichen katastrophalen Folgen eines Atomunfalls, noch berücksichtigte es die Risiken der Verbreitung von Kernwaffen. Die materiellen Grundleistungen der sogenannten friedlichen Atomenergie für die militärische Seite, der für Frankreich sehr wichtige militärische Aspekt der Atomindustrie, wurde völlig ausgeblendet.

Dieser einseitige Bericht des JRC mit seinem erkennbaren Eigeninteresse (z.B. JRC Karlsruhe Abt. 5: Nukleare Forschung und Anwendung) hätte nicht zur Grundlage dafür gemacht werden dürfen, dass Atomkraft im Rahmen der EU-Taxonomie zukünftig als nachhaltig gelabelt wird. Atomkraftwerke produzieren ihrerseits Strom für maximal 50 Jahre, während die hochradioaktiven Abfälle über Jahrmillionen gefährlich bleiben und nicht sicher entsorgt werden können. Auch neuere Reaktorkonzepte lösen keines der existierenden Risiken und Gefahren der Atomkraft. Doch um die seit Jahren schwächelnde Atomindustrie zu erhalten, sind kräftige Unterstützungen der Finanzmärkte notwendig. Diese Bestrebungen in der EU-Taxanomie würden Ressourcen in veralteten Industriezweigen monopolisieren und den Ausbau erneuerbarer Energien zu unser aller Lasten verschleppen. Nur 100 % regenerative Energie sind nachhaltig.

Die EU-Kommission will nun einen „Schritt in Richtung Greenwashing von Atomkraft“ machen. Mit der Aufnahme von Atomenergie in den Green New Deal, würden die europaweiten Investitionen in Klimaschutz zerstört und unglaubwürdig. Atomkraft ist keine nachhaltige Energie die gleichbedeutend wie Solarkraft gefördert werden soll. Im Juni 2020 hat das Europäische Parlament und der Europäische Rat die Taxonomie-Verordnung mit folgenden sechs Umweltzielen erlassen: „Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung, und Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme.“ Die Atomenergie mit ihren ungelösten Problemen in Bezug auf z.B. radioaktive Abfälle, Wiederaufarbeitung, Rückbau, Uranförderung, entspricht keinem der Umweltziele der Taxonomie.

Das Genehmigungsende für Atomkraft wird auf 2045 gelegt. Das heißt, die Anlagen laufen bis 2080. Wenn sich bis dahin in Europa keine Atomkatastrophe ereignet, hätten wir echt Glück gehabt. Die EU-Kommission betreibt ein Glücksspiel: Atomkraft ist europäisches Roulette.

Eine Studie im Auftrag des österreichischen Umweltministeriums kam zu dem Schluss, dass Atomenergie „als Energiequelle nicht erneuerbar ist und auch nicht zur Erreichung der Klimaziele beitragen kann, weshalb sie abzulehnen ist und nicht Teil des Energiemix der Zukunft sein soll“. Die Atomenergie erfülle „alle in der Taxonomie genannten Umweltziele nicht“.
Da die Vereinbarung auch dem ‚Umwelturteil ‘ des Bundesverfassungsgerichtes vom 24. März 2021, dem Gebot der Sorgfaltspflicht des Staates zum Schutz zukünftiger Generationen widerspricht, fordern wir die Bundesregierung auf, sich der Klage der österreichischen Regierung gegen die EU-Taxonomie-Verordnung anzuschließen.

Medienmitteilung von Anti-Atom-Initiative Karlsruhe, BUND Mittlerer Oberrhein, Bürgerinitiative Müll und Umwelt Karlsruhe

Hungerstreik junger Aktivist:innen für eine Wende in der deutschen Klimapolitik

Pressemitteilung vom 10. September 2021

Die Karlsruher Gruppe der ParentsForFuture-Bewegung unterstützt die Forderungen der jungen Aktivist:innen, die am 30. August in einen unbefristeten „Hungerstreik der letzten Generation“ getreten sind, um auf die Dringlichkeit der Klimaprobleme hinzuweisen und eine Wende in der Klimapolitik Deutschlands herbeizuführen. Die Streikenden fordern ein sofortiges Gespräch mit den drei Kanzlerkandidat*innen Baerbock, Laschet und Scholz sowie deren Versprechen, in einer neuen Regierung einen Bürger*innenrat einzuberufen, der Sofortmaßnahmen gegen die Klimakrise beraten soll. 

Es liegen zahlreiche Analysen und vielseitige Lösungsansätze zur deutschen Klimapolitik auf dem Tisch. Aus Rücksicht auf Lobbyinteressen weigern sich die Regierungsparteien jedoch seit Jahrzehnten, die dringend nötigen Entscheidungen zu treffen. Die Streikenden haben deshalb recht mit ihrer Forderung nach einem Bürger:innenrat. Dieser soll – unbeeinflusst von Konzerninteressen – Vorgaben für eine Klimapolitik entwickeln, die den gesicherten Erkenntnissen der Klimawissenschaft gerecht wird und die das Überleben und Wohl der künftigen Generationen in den Mittelpunkt stellt.

Die Zeit drängt! Wir, die Vertreter der älteren Generationen, haben viel Zeit nutzlos verstreichen lassen und zu viele halbherzige Maßnahmen in der Klimapolitik ergriffen. Es ist jetzt hohe Zeit, die Wut und Verzweiflung der jungen Aktivist:innen aufzugreifen und alle Energie für ein schnelles und grundlegendes Umsteuern in der Klimapolitik einzusetzen. Die Hungerstreikenden werfen ihre Gesundheit und ihr Leben aus eigenem Entschluss in die Waagschale. Bedroht ist aber auch das Leben unzähliger Flüchtlinge, die ihre Heimat wegen der Folgen der Klimakrise bereits heute verlassen müssen. Wir finden es empörend, dass die Kanzlerkandidat:innen bisher offenbar noch nicht einmal bereit waren, die Forderung nach einem öffentlichen Gespräch mit der Streikgruppe zu erfüllen. Die bloße Bitte z.B. von Frau Baerbock, den Hungerstreik abzubrechen, wird dem Ernst der Lage in keiner Weise gerecht. 

Wir fordern Frau Baerbock, Herrn Laschet und Herrn Scholz auf: Werden Sie Ihrer Verantwortung jetzt gerecht und beenden Sie den Hungerstreik, indem Sie auf die zwei einfachen Forderungen der „Hungerstreikenden der letzten Generation“ eingehen!

Die Karlsruher Gruppe von ParentsForFuture wurde 2019 gegründet, um die Verantwortung der älteren Generationen für den Klimaschutz deutlich zu artikulieren und die Forderungen von Fridays for Future zu diskutieren und zu unterstützen.

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Kontakt zu den Hungerstreikenden: Hannah Lübbert | presse@hungerstreik2021.de | 0152 0735 0960

Auftakttreffen der Arbeitsgruppe Klimasymposium

Das Klimabündnis Karlsruhe arbeitet an der Idee, im Frühjahr 2022 ein Karlsruher Klimasymposium mit Fachleuten zu veranstalten, um der Umsetzung der Klimaschutzziele in Karlsruhe mehr Schub zu verleihen.

Zum Auftakttreffen einer neuen Arbeitsgruppe am  26.5.21 um 19:00 Uhr (als Online-Treffen) sind alle eingeladen, die sich vorstellen können, bei der Vorbereitung mitzuwirken.

Bei Interesse fordert bitte den Link zur Veranstaltung hier an: info@parents4future-ka.de

Mahnwache am Samstag 20.3. nach dem globalen Klimastreik

Alle, die am Freitag am Klimastreik von Fridays for Future nicht teilnehmen können, lädt ParentsForFuture ein, stattdessen an der stillen Mahnwache am Samstag, den 20.3. von 11:00 – 13:00 Uhr auf dem Marktplatz (Pyramide) teilzunehmen. Die Versammlung ist ordnungsgemäß angemeldet und findet unter Beachtung der Corona-Regeln statt.
Wir bitten alle Teilnehmer:innen darum, einem Mundnasenschutz zu tragen und mindestens 1,5 Meter Abstand zu halten.

Erste Antworten zu Fragen aus Podiumsdiskussion online!

In unserer Podiumsdiskussion zu den Wahlprüfsteinen haben wir Fragen, im Vornerein im Bündnis und währenddessen in der Veranstaltung, gesammelt die nicht beantwortet werden konnten.

Da wir diese tolle Beteiligung nicht ungeachtet lassen wollen, haben wir die Kandidat*innen gefragt, ob Sie bereit wären die gesammelten Fragen im Nachhinein noch zu beantworten. Frau Schulz hat als erstes Ihre Anworten geschickt und wir haben sie hier bereit gestellt.

Faktor2 Städtechallenge


Wir möchten Euch Alle ganz herzlich für die StädteChallenge Faktor2 einladen, die Städte auf diesen Wettbewerb vorzubereiten und fit zu machen. Viele Mitglieder aller 4F Gruppen aus ganz Deutschland beteiligen sich. 

JedeR HelferIn ist herzlich eingeladen, sich in all seiner eigenen Skalierung einzubringen.

An der StädteChallenge teilnehmen dürfen alle Städte – Ihr kämpft  als BürgerIn gemeinsam mit Eurer Stadtverwaltung um den ✌🏼 Sieg 🏆: Welche Stadt erreicht den größten Zuwachs an PV-Leistung – solange, bis die erste Teilnehmerstadt verdoppelt hat?

Alle Infos dazu gibt es hier.

Hier gibt es auch einen Baukasten (pdf) mit allen Infos zum Ablauf der Städtechallenge! 

Wir freuen uns über jede Stadt! Lasst uns jetzt die ⚡ Energiewende⚡ rocken und mit möglichst vielen Städten am *21.2.21* an den Start gehen!!

Kommt in unsere *”StädteChallenge“* – WhatsApp Gruppe📝 : https://chat.whatsapp.com/HwgBUwa5ceXJVKaDXSW7O2

Lasst uns auf die Tube drücken, damit wir am 

21.2.21 

möglichst viele Städte am Start haben, die beweisen, wie viel Potential für den Anstieg von PV vorhanden ist!🥳

Dazu haben wir eine erste  Express-Telko am 15.10. um 20Uhr für alle Interessenten, herzliche Einladung!! (https://vc.b3.sonia.de/b/mel-pu3-d9m)

Wir freuen uns auf Euch :

Verena und Eric aus der P4F – SolarGipfel AG und Rainer, sowie Holger von Fossil free Karlsruhe 📢