Vollversammlung des Ökumenischen Rates – was hat sie mit dem Kampf für Klimagerechtigkeit zu tun?

Vom 31. August bis zum 8. September 2022 findet in Karlsruhe die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) statt. Es kommen bis zu 4.000 internationale Gäste aus 350 Mitgliedskirchen. Für manchen ist vielleicht nicht ersichtlich, warum dieses Großereignis, das zum erstem Mal in Deutschland stattfindet, für den Kampf um Klimagerechtigkeit und die Rettung der Menschheit vor der Klimakatastrophe besonders wichtig sein soll. Dabei ist es eigentlich nicht schwer zu verstehen, da die Klimakatastrophe doch nur durch weltweite entschlossene Maßnahmen abgemildert werden kann. Als Zusammenschluss von 352 christlichen Kirchen aus mehr als 120 Ländern vertritt der ÖRK über 580 Millionen Christinnen und Christen in der Welt. Viele dieser Gläubigen fühlen eine Verpflichtung, sich persönlich, privat und politisch für die Bewahrung der Schöpfung zu engagieren. Auch kirchenferne Mitbürger:innen verstehen, dass wir uns in der gegenwärtigen Bedrohung mit allen Menschen zusammenschließen müssen, die der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen aktiv entgegentreten.

Aber nicht nur aktive Christ:innen an der Basis sind unverzichtbare Bündnispartner:innen im Kampf gegen die Klimakatastrophe. Auch der ÖRK als ihre Vertretung auf oberster Ebene ist an der internationalen Klimadiplomatie stärker beteiligt, als vielen bekannt ist: Er ist die einzige im Glauben verankerte Organisation, die auf dem Weg zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) ständig präsent war, und sich seit dem Umweltgipfel von Rio de Janeiro 1992 an allen Klimakonferenzen der Vereinten Nationen beteiligte.

Konsequenterweise wird Klimagerechtigkeit auch auf der ÖRK-Vollversammlung in Karlsruhe ein zentrales Thema sein. Zudem entsenden zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen aus aller Welt ihre Vertreter:innen nach Karlsruhe, um die Dringlichkeit des Handelns zu unterstreichen und ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Viele von ihnen kommen aus Teilen der Welt, wo die Klimakatastrophe schon jetzt Jahr für Jahr viele Menschenleben kostet. Für unsere – zum Teil schläfrig gewordene – Klimabewegung in Deutschland ist es eine Herausforderung, uns der Begegnung mit diesen Menschen zu stellen, aber es ist zugleich eine große Chance für uns, neue Kraft aus diesen Begegnungen zu schöpfen.

casa comùn vom 1.-7. September

Zu den Initiativen, welche die Vollversammlung des ÖRK mit kritischem Blick und klaren Worten begleiten, gehört die casa comùn, ein offenes Forum basisökumenischer Gruppen, das vom 1.- 7. September im Stadtkloster in Dammerstock stattfindet. Zum Programm der casa común gehört ein ganzer Tag (Freitag, 2.9.), der sich dem Thema Klima widmet.

Auf einige der Veranstaltungen der casa comùn wollen wir besonders hinweisen:

Tag der Schöpfung am 1.9. – Friedrichsplatz und darum herum

Seit 2010 begeht die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) jedes Jahr den 1. September als einen ökumenischen Tag des Gebetes für die Bewahrung der Schöpfung. Aus Anlass der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen findet die zentrale Feier in diesem Jahr in Karlsruhe statt. Als Klimabündnis Karlsruhe “bespielen” wir von 13.00 bis 16:45 einen Pavillon auf dem Friedrichsplatz und besuchen um 17.00 Uhr mit Transparenten den Ökumenischen Gottesdienst auf dem Marktplatz.

Zum Vortrag “Energiewende hier und Entwicklungsschub in Ländern des globalen Südens” mit Walter Trautwein von unserer Mitgliedsgruppe “Schöpfung nachhaltig bewahren e.V.” laden wir herzlich ein!

Veranstaltungen mit Beteiligung der Initiative GreenFaith

Die internationale, multireligiöse Initiative GreenFaith ist mit einem Aktionsstand ebenfalls auf dem Friedrichsplatz vertreten. Sie ist außerdem u.a. an folgenden Veranstaltungen beteiligt:

Das Kultur– und Begegnungsprogramm der ÖRK-Vollversammlung bietet eine Fülle weiterer interessanter Veranstaltungen an. Das Programmheft könnt Ihr hier downloaden.